11. März 2018

Unter schwarzen Federn
Rezensionsexemplar
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(Quelle: Amazon)

Unter schwarzen Federn ist eine weitere tolle Märchenadaption aus der Märchenspinnerei. Die Autorin Sabrina Schuh hat das Märchen „Das hässliche kleine Entlein“ von Hans Christian Andersen in eine hochmoderne und zugleich gesellschaftliche Adaption verwandelt. Sie und die Agentur Spread and read haben mir das Buch zur Verfügung gestellt und ich war einfach begeistert.
  
Klappentext:
Eine schnatternde Meute Teenager
Eine unscheinbare Außenseiterin
Eine Verwandlung unter Tränen

Fee’s Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht; und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden oder wurde sie bereits zu tief verletzt?

Auffallend sind die wundervollen Kapitelgestaltungen mit den süßen Enten, Schwänen usw. sowie Scherenschnitte und das süße Mini-Daumenkino, die sich wie die Geschichte immer mehr entwickeln – sehr simples aber stimmiges Gestaltungselement. In der Ich-Form aus der Perspektive von Fee und Markus wird die Geschichte abwechselnd je Kapitel von den beiden erläutert.

Fee ist voller Selbstzweifel und will sich das Leben nehmen. Sie ist zwar verzweifelt, aber dennoch intelligent, impulsiv, wütend auf sich und die Welt, innerlich leer und dennoch voller Gefühle. Ihr zur Seite steht Markus, der einerseits reich, beliebt sportlich und der Schulsprecher ist, andererseits ist er herzlich, fürsorglich, am Boden geblieben, erschüttert und betroffen, fühlt sich immer schuldig und will helfen. Außerdem ergänzt er sich mit seiner inneren Traurigkeit perfekt mit Fee.


Insgesamt ist der Schreibstil von Sabrina Schuh sehr fließend, locker und leicht sowie faszinierend zauberhaft. Auszeichnen tut sich die jugendliche Sprache mit vielen schön bauschigen und märchenhaft in Szene gesetzt Etappen. Eine malerische Szenenbeschreibung und ausdrucksstarke Metaphern wechseln sich mit beinahe unschuldig schlichten und anmutigen Szenen ab. Außerdem gewährt die Autorin tiefe Eindrücke in die Gedanken- und Gefühlswelt, welche den Leser in ein Wechselbad der Emotionen versetzt.

Starke Charakterzüge und Gemütszustände, die authentisch, leidenschaftlich und nachvollziehbar sind wechseln sich mit manchmal auch maskulin und fast „emotionslosen“ Abschnitten ab - enorm gelungene Kontraste. Außerdem lassen sich einerseits Schuldgefühle, Liebe zur Familienmitgliedern aber auch nagende Einsamkeit auf den Seiten im Buch finden.

 

Direkt in der mitten drinnen ist der Einstieg in einer sehr ernsten, erschütternden und zugleich gefährlichen Szene gesetzt, wodurch man sofort gefesselt ist. Der Umgang mit den ernsten Themen ist fast ernüchternd sachlich und dennoch sind starke Emotionen sowie nachvollziehbare Gedanken dahinter versteckt.

Sofort kommt dadurch ins Lesen rein und man ist direkt an die Geschichte gekettet. Die Wechsel zwischen den Blickwinkeln gelingen fließend, sie geschehen meist nach offenen Enden und gehen meist nahtlos in die zweite Sichtweise über. Ein eindeutiger Tiefgang wird dadurch gewährt mit vielen zusätzlichen Eindrücken.

 

Weiter sind beide Geschichten sofort miteinander verwoben und zwei Welten prallen aufeinander, Vergangenheit auf Gegenwart, Reich auf Arm, Gefestigt auf Verzweifelt. Außerdem fliegt man durch die Seiten. Die Kapitellängen sind meist angenehm, aber manchmal für meinen Geschmack etwas zu schnell im Wechsel, weil man oft gerne manches vertiefen möchte, dennoch sind sie insgesamt gelungen.

Vor allem gegen Ende hin kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Finale endet in einem für mich tränenreichen Ende, aber eindeutig mit einem Lächeln und viel Begeisterung im Gesicht. Darüber hinaus werden in dem Buch starke, heftige und ernste Thematik wie Suizid, Mobbing und Depression, die sehr gesellschaftskritisch sind verankert, die andererseits zum Nach- und Umdenken einladen.
Unter schwarzen Federn ist eine überaus emotionale und zugleich fast erschreckend realitätsnahe Märchenadaption der Autorin Sabrina Schuh. Sie schafft es mit ihrem durch und durch faszinierenden und fesselnden Schreibstil den Leser von Beginn an zu fassen. Außerdem geht sie sehr gesellschaftskritisch und zugleich hoch emotional mit ersten Themen um und überzeugt den Leser auf ganzer Linie mit ihrer offenen und einschneidenden Erzählweise.
Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der Märchen liebt, der gesellschaftskritische Geschichten liebt und/oder der einfach ein herzhaftes Buch für Zwischendurch mit viel Tiefgang sucht.

(Ein Dank an Sabrina Schuh sowie die Märchenspinnerei und Spread and Read für das Rezensionsexemplar.)


Unter schwarzen Federn erhält von mir 5 von 5 Blüten.



„Aus einem hässlichen Entlein ist ein wunderschöner Schwan geworden. Und alle lieben ihn. Aber ich am meisten.“
(Markus zu Fee)


Titel: Unter schwarzen Federn (Märchenspinnerei)
Autorin: Sabrina Schuh
Erscheinungsdatum: 13.02.2018
Verlag: Nova MD
ISBN: 3961117012
Seiten: 312
Sprache: Deutsch
Preis: € 2,99 Kindle-Ebook / € 9,99 PP

1 Kommentar

  1. Liebe Nicole,

    vielen Dank für diese wunderbare und ergreifende Rezension. Es freut mich sehr, dass dich meine Geschichte so überzeugen konnte und es geschafft hat, das bei dir ankommen zu lassen, was ich sehr gerne vermitteln wollte.
    Auch noch einmal vielen Dank für die Teilnahme und die tollen Beiträge zu unserer gemeinsamen Leserunde. Es hat mir riesigen Spaß gemacht mit dir.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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