13. September 2017

AO - Bewahrer des Lichts

 
(Quelle: Amazon)

Wer mir bereits länger folgt, weiß das Pascal Wokan einer meiner Lieblingsfantasieautoren ist. Ich habe bereits 2 Bücher von ihm gelesen, Arrakur – Die große Schlucht und Arrakur – Das ferne Land, und ich war total begeistert, sogar so sehr, dass diese Bücher jeweils ein Monatshighlight in meinem Lesemonat dargestellt haben. Nun habe ich seinen neusten Fantasyroman AO Bewahrer des Lichts gelesen und nun findet heraus, wie es mir gefallen hat.

 
Klappentext:
Das Licht leitet mich in finsterer Nacht Vashaels Leben ändert sich unerwartet, als eines der sagenumwobenen Ao in ihm erwacht. Ein Licht, das seinem Träger unbeschreibliche Macht verleiht. Er wurde auserwählt ein Bewahrer zu sein und ist fortan dazu verpflichtet, in den Norden des Landes zu reisen, um dem Orden des Lichts beizutreten. Bereits seit Jahrtausenden beschützt der Orden das Land vor einer finsteren Bedrohung und hütet so manche dunkle Geheimnisse. Schon bald muss Vashael allerdings erkennen, dass bislang weitaus mehr Geheimnisse im Verborgenen geblieben sind, als bisher angenommen. Er und seine neuen Gefährten stehen fortan einer nahezu unlösbaren Aufgabe gegenüber und müssen lernen, was Mut, Vertrauen und wahre Freundschaft bedeuten. Denn die Bedrohung ist näher als vermutet und ihnen offenbart sich ein Schicksal, das die Fundamente der gesamten Welt erschüttern könnte …

Das Buch beginnt mit einer wundervollen und aufwändig gestalteten Karte von Luindars, wie jedes Buch des Autors. Diese zeichnet sich durch ihre präzisen und fantastischen Details aus, der Fokus liegt auf dem Informationsgehalt sowie der Übersicht, welche beide eindeutig gegeben sind.

Insgesamt wird die Geschichte aus mehreren sich wechselnden Perspektiven sowie mehreren Szenen und Handlung. Meiner Meinung nach bietet dieses tolle Stilmittel zusätzliche Details, welches der Autor perfekt in Szene bringt und gekonnt einsetzt. Ebenso gibt es Exkurse zu anderen relevanten Figuren, welche zusätzliche Informationsquellen darstellen.

Allgemein besteht das Buch aus einem Prolog, 3 Abschnitten sowie einem Epilog. Der erste Teil kann als Einstieg in die Erzählung gesehen werden, sowie die Protagonisten wagen ihre ersten Schritte. Der darauffolgende Abschnitt strotzt nur so vor Enthüllungen, das man gar nicht weiß, wo anfangen mit dem Spekulieren. Im letzten und zugleich größten Teil werde dann Pläne geschmiedet sowie umgesetzt.

 
Karte von Luindars (Quelle: pwokan.com/kartenraum/)
 
Wie immer strotzen die Figuren bei Pascal Wokans Story nur so vor konträren Charakterzügen und Temperamenten. Cyrion ist ein erhabener Sohn eines Lords, wird zu einem Bewahrer des Lichtes auserwählt, gibt sich aber vor allem skeptisch und hochnäsig sowie hält sich für was Besseres und ist zugleich sehr unsympathisch. Belenia hingen ist als Auserwählte mutig, stark, kämpferisch, wissbegierig und auf ihre verkorkste Art und Weise sympatisch. Vashael ist der Sohn des Kaisers, kommt ziemlich eingeschüchter, schwack und zerbrechlich herüber, ist aber auch neugierig.

Alle drei Figuren durchlegen in der Geschichte eine sehr starke und weitläufige Entwicklung, welche gerade aufgrund ihrer Herkunft und Sichtweisen sehr authentisch umgesetzt wurde. Durch die sich wechselnen Perspektiven erhält man gut Einsicht in alle drei Gemüter sowie ihre Gedanken und Gefühle.

Generell gelingt der Einstieg bereits nach einem Absatz, was vor allem dem fesselnd fließenden Erzählstil zu verdanken ist. Die Sprache ist schwulstig aber dennoch locker und leicht. Szenenbeschreibung werden geschmückt mit atemberaubenden und stilvollen Metaphern sowie mit detailverliebten, blühenden Schilderungen der Landschaft. Der Autor hat wieder eine magische Welt geschaffen, wo aber weitgehend Ähnlichkeiten zu den anderen Büchern erkennbar sind.


Schöne und langsame Erläuterung helfen die Welt schnell und zielsicher zu verstehen Leidenschaftliche Emotionen und intuitiv stimmige Gedanken, das Ringen der Gefühle, Angst trifft auf Verzweiflung sowie gewaltvolle und explosive Kampfszenen mit einem hohen Magieanteil sowie Brutalität lassen einen hohen Lesegenuss aufkommen. Starke Differenzen in den Gefühlen werden an die Perspektiven angepasst, was sehr authentisch und nachvollziehbar eingesetzt wird.

Die Grundidee der Geschichte ist spannend, inspirierend und erinnert an das wie das Chi oder die Weltenblume bei Joshua Tree. Dramatische Wendungen werden ab dem Prolog verwendet, Auflösungen kommen zeitverzögert und die Spannung wird ins Unermessliche gesteigert. Unerwartetes und nicht Vorhersehbares folgen auf nervenaufreibende Erkenntnisse sowie lassen viel interpretationsspielraum sowie Raum für Fantasie und Spekulationen.

Zuerst scheint die Erzählung noch etwas voraussehend, aber es bleibt trotzdem dramatisch und ist super als Einführung und Einleitung. Es ist ein ewiges Auf und Ab von Spannung und Auflösung sowie Dramatik pur bis zum Schluss. Ein fulminantes und unerwartetes Ende mit vielen Intrigen, offenen Wendungen und zurückbleibende Fragen, welche auf eine Fortsetzung hoffen lassen, runden das Gesamtbild ab. Vor allem durch den Epilog, der alles in ein neues Licht rückt und viele Spekulationen heraufbeschwört, ist fast schon ein bisschen gemein. ;-)

AO Bewahrer des Lichts ein fulminanter Fantasyroman im Kampf zwischen dem Glauben, Macht und dem Fortschritt. Spektakuläre Wendungen, magische Metaphern, konträre Figuren mit einer enormen Entwicklung sowie Unvorhersehbarkeit und ein unerwartetes Ende machen die Geschichte zu einem Muss für jeden Fantasyfan.

(Ein Dank an Pascal Wokan für das Rezensionsexemplar.)


AO - Bewahrer des Lichts erhält von mir 5 von 5 Blüten.



Titel: AO - Bewahrer des Lichts
Autor: Pascal Wokan
Erscheinungsdatum: 26.08.2017
Verlag: Independently published
ISBN: 1549580957
Seiten: 320
Sprache: Deutsch
Preis: € 3,99 Kindle-Ebook / € 12,99 PP

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